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Rechtsanwaltskanzlei Dr. Dieter Schedel

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- Kanzlei mit Tätigkeitsschwerpunkt auf EDV-Recht/Computerrecht und Softwareentwicklung -

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Musikalische Impressionen

Musik ist...

innerhalb und ausserhalb meiner Kanzleiarbeit sehr bedeutsam. Erfreulicherweise vertrauen uns diverse bekannte nordbayerische Bands und Musikstudios Mandate aus dem Veranstaltungsbereich sowie dem Bereich der Wahrnehmung von musikbegleitenden Schutzrechten an. Besonders der Sektor des Domain- und Markenrechts hat im Internet-Zeitalter für Musiker und ihre Werke ständig an Gewicht gewonnen.

Ein auf die Wahrnehmung von Musikerrechten bezogenes Fallbeispiel aus unserem Kanzleialltag (für dessen Darstellung die Zustimmung unserer Mandantschaft vorliegt, wofür wir an dieser Stelle nochmals DANKE sagen):

  Ein durch die allgemeine Presse wie auch die Musikpresse bundesweit veröffentlichter Skandal betraf vor einigen Jahren den Sachverhalt, dass sich ein Musik- bzw. Bandmanager heimlich die Markenrechte an den Namen etlicher deutscher Musikgruppen hatte eintragen bzw. sichern lassen, um diese Bands alsdann im Hinblick auf die kostenpflichtige Überlassung des Bandnamens abzukassieren; für den Fall der Weigerung beanspruchte er Unterlassung der Weiterführung des Bandnamens. Nachdem in dieser Sache anfangs nur eine bekannte, nordbayerische Band betroffen schien, die sich an unsere Kanzlei wandte, wurden gegen den vorbezeichneten Manager zunächst im Interesse dieser Band gerichtliche Massnahmen ergriffen, die im Zuge eines Verfahrens vor der zuständigen Urheber- und Markenrechtskammer zur Übertragung der Rechte auf unsere Mandantschaft führte; die Kammer liess frühzeitig keinerlei Zweifel aufkommen, dass sie unserer Argumentation folgen würde, wonach ein markenrechtlicher Missbrauch bzw. eine länger währende tatsächliche Verkehrsgeltung des Bandnamens unserer Mandantschaft vorlägen. Somit ging der “Schuss” des Bandmanagers “nach hinten” los. Die von uns während des angestrengten Verfahrens durchgeführte Überprüfung der auf den Manager lautenden Markeneintragungen (Markenrecherche) ergab indessen überraschend, dass der Manager auch von zahlreichen anderen nordbayerischen Musikgruppen die Bandnamen für seine Person hatte markenrechtlich schützen lassen. Nachdem zu befürchten war, dass auch diese Bands nichts von ihrem “Glück” ahnten, liess ich die Bands - soweit per email erreichbar - mit Zustimmung unserer Mandantschaft darauf hinweisen, dass sich eine Privatperson ihre Bandbezeichnungen in der entsprechenden Kategorie hat schützen lassen, was im Falle fehlender Bandkenntnis darauf schliessen lassen könnte, dass auch sie zur Kasse gebeten würden. Nach meiner Erinnerung traf die Nachricht praktisch alle betroffenen Bands unvorbereitet bzw. - besser gesagt - wie ein Keulenschlag. Den Bands wurden schliesslich von unserer Seite in unterschiedlicher Intensität Hilfestellungen zuteil, worauf sich z.T. auch dauerhafte und tragfähige Mandantenbeziehungen ergeben haben.

  Erleichtert werden derartige Mandate freilich auch durch die Tatsache, dass ich - nach einem kurzen Intermezzo im Studiomusikbereich während meines Studiums - seit über drei Jahrzehnten aktiv Musik mache. Während des Studiums und der Referendarzeit war die Musik Auskommen bzw. Unterstützung meiner seinerzeit noch jungen Familie. Später gingen meine Ambitionen mehr in die Richtung kleiner Clubbands mit guten Musikern, die eine technisch und klanglich hochwertige Vorstellung ablieferten. Zu dieser Zeit habe ich begonnen, mein Projektstudio immer weiter zu vervollkommnen und “analogen” Studiosound so gut wie möglich auch für Liveauftritte umsetzbar zu machen.

  Seit Jahren bin ich begeistertes Mitglied in internationalen Tontechniker- und Musikerforen, in denen ein weltweiter Zusammenschluss von Gleichgesinnten Studiolegenden nachbaut, die z.T. heute gar nicht mehr hergestellt werden. Gemeint sind hiermit vor allem Vorverstärker (in der Tradition von Neve, API etc.), Kompressoren (in der Tradition von Fairchild 670, SSL, Urei 1176, LA-2A etc.) und Equalizer (in der Tradition von Pultec, API 550a/560, Sontec etc.), alte Gitarrenverstärker der frühen Fender- und Vox-Ära (Kathoden-BIAS-Röhren-Typen wie Fender Champ, Fender Deluxe und Vox-AC 30 etc.) sowie Studiomikrofone (in der Tradition der alten Neumann-(Röhren-)Typen wie U47, U48 etc.). Fertig gestellt habe ich mittlerweile 11 Geräte - darunter mein ganzer Stolz, ein spezieller Nachbau eines 1962er Fender Champ Röhren-Gitarrenverstärkers (“Layla” wurde von Eric Clapton auf einem solchen eingespielt), der auf einer selbst entwickelten Modifikation des Original-Platinen-Layouts beruht. Auch analoge Effektgeräte, orientiert an alten TS808/TS9 (Tubescreamer) und alten Analog Delays sowie der Nachbau eines Plattenhalls à la EMT 140 sind mittlerweile hinzugekommen. Letzterer beruht im übrigen auf einem inzwischen ausgelaufenen deutschen Patent aus dem Jahre 1957, welches ein Beispiel altdeutscher Ingenieurkunst wiedergibt. Ja es ist mit alten EMT-Plattenhallgeräten genauso wie mit alten Neumann-Mikrofonen u.a.m. - wenn mir heute derart geniale, altdeutsche Konstrukte begegnen, die klanglich von vielen Musikliebhabern digitalen Äquivalenten zu Recht vorgezogen werden, so ziehe ich immer wieder in Gedanken meinen Hut vor der altdeutschen Erfinder-Elite, die es im heutigen Deutschland in dieser Genialität leider kaum mehr gibt. Ich bin de facto der Meinung, dass alle meine Eigenbaugeräte mit vielfach teurerem Studioequipment (mindestens) mithalten können. Dies gilt auch für ein von mir erarbeitetes System zur frequenzselektiven Absorbtion und Diffusion von Schallwellen zur Soundverbesserung im Studiobereich, das u.a. auf dem Haas-Effekt aufbaut und Grundsätze von Bassfallen und Helmholtzresonatoren in kompakter Form umsetzt. Nachdem diese Konstruktionen im Zuge der Vervollkommnung meiner technischen Kenntnisse therapeutische Zwecke der Entspannung wie auch Vorfreude erfüllen - ganz zu schweigen davon, dass ich die Auffassung vertrete, für meine Einzelstücke durch die Verwendung experimentierfreudig ausgesuchter Materialien und Bauteile (ELKOS, Kondensatoren etc.) einzigartige Klangergebnisse zu erzielen -, tritt für mich das Argument des (neben der z.T. internationalen Bauteilebeschaffung) einzurechnenden Stundenlohns für den Zusammenbau in den Hintergrund. Mein Studiobestand wird zudem von qualitativ hochwertigen Markengeräten (z.B. von Manley) ergänzt, die teilweise noch aus meiner frühen, aktiven Zeit stammen, jedoch nichts von ihrem Charme verloren haben. Jeder tontechnisch interessierte Musiker mit meinen Ambitionen für Jazz, Rock und Blues weiss, dass die warme, dichte und räumlich-detaillierte Musikalität bereits vor Jahrzehnten verfügbarer, analoger Gerätschaften immer noch nicht von der Digitaltechnik erreicht wird. Daher schätze ich zwar die hocheffektive Aufnahmequalität eines handesüblichen Computers als authentisches, preisgünstiges Aufnahmegerät sehr; der Weg des Signals in den Computer (“Tracking”) muss für mich jedoch nach wie vor von hochwertiger Analogtechnik begleitet sein, was auch für die Bearbeitung des aus dem Computer herausgeführten Summensignals (Summenmix/Mastering) gilt. Die musikalische Qualität analoger Geräte kommt bekanntermassen von drei “T”’s: tubes (Röhren), transformer (Audio-Transformatoren), tape (Band bzw. Bandsättigung). Digitale Emulationen mit Plug-Ins werden zwar immer besser; ihren Einsatz im Mix habe ich persönlich jedoch nur auf wenige hochwertige Teile beschränkt (z.B. UAD).

  Bleibt zu meiner Schande anzumerken, dass ich nach Jahrzehnten der Begeisterung über die (kompositorischen und improvisatorischen) Möglichkeiten neuzeitlicher Harmonielehre(n) - in aller Bescheidenheit habe ich auch ein eigenes HL-Konzept für R&B- bzw. Jazz-/Rockgitarre verfasst, das ich als 5-Stufen-Konzept bezeichne - kaum etwas mit den “marktführenden Headlinern” im deutschen Musikgeschäft anfangen kann. Dagegen sind Musiker wie etwa STING für mich Persönlichkeiten, die - wie das Leben auch - mit jedem Werk aus dem bunten Vollen schöpfen - also z.B. auch alterierte Harmonien gekonnt einzusetzen wissen und - nicht nur mit einer Farbe ihr musikalisches Gemälde geradlinig und in geringfügiger Nuancierung zum x-ten Male wiederholt auf die Leinwand pinseln; insoweit ist die unbestreitbare Verbreitung qualitativ hochwertigster Tontechnik in deutschen Musikstudios schon ein Fluch, andernfalls das bisschen Weizen schnell von dem riesigen Berg Spreu getrennt wäre. Die grossen, von mir hoch respektierten klassischen Musiker und Komponisten der deutschen Musikgeschichte müssten sich eigentlich fortwährend “im Grabe herumdrehen”, wenn sie wahrnehmen könnten, in welchem Umfang heutzutage (auch) in Deutschland der musikalische Anspruch der Profitorientierung geopfert wird...

D.Schedel

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